Von Fiverr zur eigenen Video Marketing Agentur mit 3 Milliarden Views
Katharina Zieße Suari
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Mit nur 21 Jahren führt Julius Zeise seine eigene Video-Marketing-Agentur. Doch sein Weg dorthin war alles andere als gewöhnlich. Er ist geprägt von einem unbändigen Willen, kreativen Umwegen und einer beeindruckenden Zahl: 3 Milliarden generierte Aufrufe auf Instagram. In der neuesten Folge des JPS-Podcasts gibt Julius einen tiefen und ehrlichen Einblick in seine Reise – von den ersten Foto-Experimenten über einen knallharten Instagram-Hustle bis hin zu den Realitäten des Unternehmerlebens.
Der Instagram-Code: Wie man mit System viral geht
Alles begann mit dem Traum, wie seine Idole durch die Welt zu reisen und mit Videos Geld zu verdienen. Doch der Anfang war hart. Seine Fotos wurden besser, aber die Reichweite fehlte. Julius erkannte schnell: Guter Content allein reicht nicht. Es folgte eine Phase des radikalen Experimentierens. Zuerst versuchte er es mit DM-Gruppen, dann mit Bots, doch der wahre Durchbruch kam mit einer anderen Strategie.
Er erstellte sogenannte "Themenseiten" – insgesamt sechs Accounts, die sich auf virale "Couple-Videos" spezialisierten. Mit einer disziplinierten Methode aus täglichen Posts und der umstrittenen "Follow/Unfollow"-Taktik knackte er den Algorithmus. "Nach einem Monat hatte ich 10.000 Follower, nach drei Monaten waren es 40.000, und es hat nicht aufgehört", erzählt er. Einer dieser Accounts erreichte 250.000 Follower. Diese Reichweite nutzte er geschickt, um seinen persönlichen Account zu bewerben und legte so den Grundstein für seine heutige Bekanntheit.
Vom Hobby-Editor zum bezahlten Freelancer auf Fiverr
Parallel zur Fotografie entwickelte Julius eine Leidenschaft für den Videoschnitt. Nach einigen privaten Projekten, wie dem Schnitt eines Party-Videos, das bei seinen Freunden extrem gut ankam, riet ihm sein Bruder, sich auf der Freelancer-Plattform Fiverr anzumelden. Der erste Auftrag ließ nicht lange auf sich warten. Die größte Überraschung war jedoch der Preis: Während Julius dachte, er würde 40 oder 50 Euro verlangen, hatte er versehentlich einen Preis von 300 Euro in seinem Profil hinterlegt. "Der Kunde meinte so: 'Okay, passt'", erinnert sich Julius lachend. Das war der Moment, in dem er realisierte: "Man kann Geld verdienen mit etwas, was ich einfach nur an meinem Computer mache."
"Du wirst kein perfekter Unternehmer oder Unternehmerin sein am Anfang. Man ist scheiße am Anfang, das ist einfach so" - Julius Zeise
Der Sprung in die volle Selbstständigkeit und ihre Tücken
Nach seiner Ausbildung zum Zimmermann wagte Julius den Schritt in die volle Selbstständigkeit. Doch die anfängliche Euphorie wich schnell der Realität. "Dann saß ich am Schreibtisch und dachte: 'Scheiße, Mann, ich habe keine Ahnung, was ich jetzt machen soll'", gibt er offen zu. Er lernte, dass Erfolg nicht von alleine kommt und dass "selbstständig" oft "selbst und ständig" bedeutet.
Offen spricht er auch über die Schattenseiten: den Druck, immer erreichbar zu sein, und die soziale Entfremdung von alten Freunden, deren Lebensrealität sich von seiner entfernte. "Du weißt nicht mehr, über was du reden sollst", beschreibt er das Gefühl.
Julius' wichtigste Tipps für angehende Gründer
Heute akquiriert Julius seine Kunden direkt und hat sich eine beeindruckende Expertise aufgebaut. Seine wichtigsten Learnings teilt er im Podcast:
Fang einfach an: "Warte nicht auf das perfekte Equipment. Der größte Fehler ist, nicht anzufangen, weil man immer denkt, man braucht irgendwas."
Akzeptiere, dass du am Anfang scheiße bist: "Es ist ganz normal, das gehört dazu. Aber das Coole daran ist: Es wird immer besser."
Glaube zu 100% an deinen Erfolg: "Ich sage mir wirklich, ich werde erfolgreich. Wenn du mit diesem Mindset reingehst, wird es auch funktionieren."
Die ganze, inspirierende Geschichte von Julius Zeise, voller praktischer Tipps und ehrlicher Einblicke, gibt es in der neuen Folge des JPS-Podcasts.








