Er hat mit seinem Vater gegründet - die Story hinter Stooney
Katharina Zieße Suari
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Während die meisten seiner Mitschüler über Klausuren und Hausaufgaben brüten, jongliert Kai Arnold (17) mit Lieferanten, Businessplänen und Gerichtsanträgen. Er ist nicht nur Schüler, sondern auch Gründer von Stooney®, einem Unternehmen, das einzigartige Designerlampen aus Naturstein herstellt. In der neuesten Folge von "Jung, Pleite, Selbstständig" erzählt Kai seine faszinierende Geschichte – ein Weg, der von einem Pokémon-Go-Spaziergang über den heimischen Baumarkt bis hin zu einer tiefen Vater-Sohn-Beziehung führt.
Die zündende Idee: Ein Zufallsfund im Urlaub
Die Idee zu Stooney® entstand, wo man sie am wenigsten erwartet: während eines Familienurlaubs. Kai, der schon immer den Drang hatte, etwas Eigenes zu schaffen, spielte gerade Pokémon Go, als er an einem kleinen Laden vorbeikam, der Teller aus Stein verkaufte. Daneben: ein Lampenladen. In diesem Moment machte es Klick. "Ich habe direkt zu meinem Papa gesagt: ‚ist es möglich, eine Lampe aus Stein zu machen?'", erinnert sich Kai. Sein Vater, der Physik studiert hat, bejahte die technische Umsetzbarkeit, eine Lampe in Kreisform aus Stein zu fertigen. Noch am selben Tag wurde der Name "Stooney" angemeldet, und das erste, was sie nach ihrer Rückkehr taten, war, in den Baumarkt zu fahren und Steine zu kaufen.
Gründen mit dem Vater: Mehr als nur ein Business
Ein zentraler und besonderer Aspekt von Kais Reise ist die enge Zusammenarbeit mit seinem Vater, der selbst 20 Jahre als Selbstständiger Erfahrung sammelte. Auf die Frage, wie es ist, mit einem Elternteil zu gründen, hat Kai eine klare Antwort: "Es ist was Besonderes, weil ich jeden Tag gleichzeitig an meinen Zielen arbeiten kann... aber es halt zusammen mit meinem Vater mache." Anstatt dass die Karriere die Familie in den Hintergrund drängt, schweißt das gemeinsame Unternehmen die beiden zusammen. Sie gehen durch Höhen und Tiefen, teilen Meetings und Termine und schaffen eine Verbindung, die weit über ein normales Geschäftsverhältnis hinausgeht.
"Es ist erst ein Misserfolg, wenn ich daraus nichts lerne." - Kai Arnold
Der steinige Weg: Schulalltag und die Hürden der Gründung als Minderjähriger
Kai gibt ungeschönte Einblicke in die Realität eines schülerischen Unternehmers. Er arbeitet auch während der Schulzeit, nimmt Anrufe im Flur entgegen und opfert Freizeit. "Meine Freunde leiden sehr da drunter. Ich merke auch, der Freundeskreis wird schon kleiner", gesteht er ehrlich. Obwohl seine Schule ihn unterstützt, fehlt es im deutschen Bildungssystem an praktischer Gründungslehre.
Sein Wissen eignete er sich durch "Learning by Doing" und die Unterstützung seines Vaters an. Als Minderjähriger musste er zudem den offiziellen Weg über das Familiengericht gehen, um eine teilweise Geschäftsfähigkeit zu erlangen – ein Prozess, der einen Businessplan, eine Bewertung durch die IHK und sogar ein Statement seines Klassenlehrers erforderte.
Von der Vision zum Produkt: Nicht aufgeben als oberstes Gebot
Heute ist Stooney® eine eingetragene UG mit dem Ziel, bald zur GmbH zu werden. Der Fokus hat sich von Endkunden auf Kunsthandwerkermärkten hin zu einem B2B-Modell verlagert, das zum Beispiel Möbelgeschäfte, Restaurants und Wellnesseinrichtungen beliefert. Kai plant, die Marke durch Personal Branding auf TikTok weiter zu stärken.
Sein wichtigster Rat an andere junge Gründungsinteressierte ist so einfach wie kraftvoll: "Nicht aufgeben." "Es ist erst ein Misserfolg, wenn ich daraus wirklich nichts lerne." Kais Geschichte ist ein beeindruckendes Plädoyer für Mut, Durchhaltevermögen und die Erkenntnis, dass die besten Ideen oft an den unerwartetsten Orten warten.








