29.09.2026

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29 min

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Sie wollen 1 Mio. bis zum Abi machen - das ist ihr Plan

Zwei Schüler wollen Pflegekräfte entlasten

Max und Jonathan sind 18, stehen kurz vor dem Abitur und arbeiten neben der Schule an ihrem Start-up StepSafer. Ihre Software soll Pflegekräfte von Dokumentationsarbeit befreien – und ihnen mehr Zeit für das geben, worauf es ankommt: die Pflege.

Noch ist der Tag nicht im Büro gestartet. Erst geht es ins Fitnessstudio, danach fahren Max und Jonathan in ihr Gründerzentrum. Für die beiden Schüler ist das ein vertrauter Rhythmus: Wenn gerade keine Schule ist, verbringen sie einen großen Teil ihrer Zeit mit dem Aufbau ihres Unternehmens. Im Video erzählen sie, wie aus einer frühen Idee für mehr Sicherheit im Alltag eine Software für die Pflege wurde.

Eine App, die zuhört – und Arbeitsschritte übernimmt

StepSafer soll Pflegekräfte bei der Dokumentation unterstützen. Statt Informationen nach einem Besuch manuell in ein System einzutippen, können sie diese per Sprache erfassen. Die Software soll daraus Pflegeberichte erstellen und Veränderungen im Zustand von Patientinnen und Patienten über längere Zeit sichtbar machen. Angehörige können laut den Gründern nach einem Besuch informiert werden und über eine Chatfunktion Fragen stellen.

Ein wichtiger Teil des Ansatzes: StepSafer soll bestehende Pflegesoftware ergänzen, nicht ersetzen. Ein KI-Agent überträgt dokumentierte Informationen in die bereits verwendeten Systeme und automatisiert dort Verwaltungsaufgaben. Auch die Navigation in der App soll weitgehend per Sprache funktionieren. Die Idee dahinter ist, dass Pflegekräfte weniger Zeit am Bildschirm verbringen und mehr Zeit für die Versorgung haben.

Im Video zeigen die Gründer eine Live-Demo. Dabei wird deutlich, dass das Produkt noch entwickelt und erprobt wird: Einzelne Schritte müssen weiterhin geprüft oder bestätigt werden. Genau deshalb betonen Max und Jonathan, wie wichtig Gespräche mit Menschen aus der Pflege sind. Eine frühere Pflegedienstleiterin gibt ihnen Rückmeldung dazu, was im Arbeitsalltag tatsächlich gebraucht wird und wie sich die Software vor Ort bewähren müsste.

„Jede Minute, die wir nicht in der Schule sind, sind wir eigentlich im Büro.“

Gründen zwischen Unterricht, Büro und Mentoring

Kennengelernt haben sich Max und Jonathan in der siebten Klasse. Ihr Interesse am Unternehmertum begann früh: Mit 15 gründeten sie nach eigener Aussage eine KI-Agentur. Heute teilen sie die Aufgaben bei StepSafer auf. Jonathan konzentriert sich vor allem auf die technische Entwicklung, Max auf operative Themen und Finanzen. Ein weiterer Unterstützer soll dem Team zusätzliche Entlastung verschaffen, damit mehr Zeit in die Produktentwicklung fließen kann.

Auch ein Mentor gehört zu ihrem Umfeld. Die regelmäßigen Treffen helfen ihnen unter anderem dabei, ihre Präsentation und ihren geplanten Pitch zu schärfen. Die Gründer sagen, dass sie ihr Pitchdeck bereits mit KI geprüft hatten – der persönliche Blick ihres Mentors habe trotzdem neue Fragen und Verbesserungsmöglichkeiten aufgedeckt. Für sie ersetzt ein digitales Werkzeug also nicht automatisch Erfahrung aus der Branche und den direkten Austausch.

Bei einem Gespräch mit einer Pflegedienstleiterin erhielten sie nach eigener Darstellung positives Feedback und die Möglichkeit, das Produkt in mehreren Einrichtungen zu pilotieren. Das wäre ein wichtiger nächster Schritt: Eine Live-Demo kann Interesse wecken, doch erst der Einsatz im Alltag zeigt, ob Abläufe, Funktionen und technische Anbindung wirklich passen.

Abitur – und danach direkt ins Start-up?

Beide sind noch in der Schule und wollen im kommenden Jahr Abitur machen. Ein Studium direkt im Anschluss sehen sie derzeit nicht als zwingenden nächsten Schritt. Wenn sich das Geschäft weiterentwickelt, möchten sie zunächst mehr Zeit in StepSafer investieren. Ausgeschlossen sei ein Studium nicht, sagen sie – entscheidend sei, wie sich das Unternehmen entwickelt.

Für weiteres Wachstum denken die Gründer über eine Pre-Seed-Finanzierungsrunde nach. Kapital könnte ihnen helfen, ein Team aufzubauen und den Vertrieb auszubauen. Gleichzeitig ist ihnen klar, dass schnelles Wachstum nicht allein vom Geld abhängt: Gerade in einem spezialisierten und regulierten Bereich müssen sie mit Pflegeeinrichtungen sprechen, Abläufe verstehen und Vertrauen gewinnen.

„Einfach anfangen“ – aber nah an den Kundinnen und Kunden bleiben

Zum Schluss geben die beiden jungen Gründer einen Rat, der sich aus ihrer eigenen Entwicklung ableitet: nicht zu lange auf die perfekte Idee warten. Ebenso wichtig sei es, regelmäßig mit potenziellen Kundinnen und Kunden zu sprechen – auch dann, wenn Rückmeldungen unbequem sind. So könne man vermeiden, eine Lösung für ein Problem zu bauen, das in der Praxis gar nicht relevant ist.

StepSafer steht noch am Anfang. Doch die Motivation der Gründer ist klar: Sie wollen nicht nur ein Unternehmen aufbauen, sondern einen konkreten Beitrag in einem Bereich leisten, in dem Pflegekräfte stark beansprucht sind. Ob ihre Software diesen Anspruch im Alltag einlösen kann, werden die geplanten Pilotprojekte zeigen.

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